Dorsch-Bestand zusammengebrochen: Belttunnel-Bau wird ihm zusätzlich zusetzen

Der drohende Bau des Fehmarnbelttunnels wird der ohnehin gefährdeten Dorsch-Population weiter zusetzen. Davor warnen wir erneut! Anlass ist die gerade erfolgte Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen, die zu dem Schluss kommen, dass der Dorsch-Bestand in der westlichen Ostsee zusammengebrochen ist und sich in naher Zukunft nicht mehr erholen wird.

Zu dem Schluss, dass der Kipppunkt für die Dorsch-Population bereits überschritten ist, kommt ein Forscherteam unter Leitung von Christian Möllmann vom Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit der Universität Hamburg. Das Team hat jahrzehntelang Fischereidaten der Region mithilfe statistischer Modelle analysiert. Gründe für die dramatische Entwicklung in der Ostsee seien der Klimawandel und die Überfischung.

Wir BELTRETTER hatten in der Vergangenheit immer wieder davor gewarnt, dass der Belttunnel-Bau den Fischbeständen zusätzlich zusetzen wird. Durch die massiven Bauarbeiten mitten in der Ostsee werden sich Sedimente über die Laichgebiete von Heringen und Dorschen legen. Schließlich soll für den riesigen Graben durch den Fehmarnbelt, in den dann die gigantischen Betonelemente des Absenktunnels abgesenkt werden, der Ostseegrund auf einer Länge von 18 Kilometern bis zu 200 Meter breit und 16 Meter tief aufgerissen werden. Durch die starke Trübung und Sedimentation des Wassers wird das Wachstum der Wasserpflanzen, auf denen der Hering seine Eier ablegt, beeinträchtigt werden. Zudem kann sich der Laich nicht richtig entwickeln und absterben. Wir warnen daher bereits seit Jahren vor den Gefahren für die Ostsee und unter anderem auch für die ohnehin bedrohten Fischbestände.

„In einer Zeit, in der durch den Klimawandel die Nachwuchsproduktion des Heringsbestandes ohnehin stark reduziert ist, sollten solche zusätzlichen Störungen vermieden werden“, hatte auch Dr. Christopher Zimmermann vom Thünen-Institut uns BELTRETTERN bereits 2019 bestätigt.

Unsere Sprecherin Karin Neumann: „Flutkatastrophen, Hitzerekorde, schwindende Fischbestände, … Wann wird endlich die Reißleine gezogen und werden solche gigantischen Eingriffe in die Umwelt wie der Belttunnel-Bau kritisch hinterfragt und dann gestoppt? Wir können doch nicht einfach so weitermachen als wäre nichts.“

Wir BELTRETTER weisen zudem erneut darauf hin, dass beim Belttunnel-Bau durch Betonproduktion, Bauarbeiten und Logistik mehrere Millionen Tonnen CO2 entstehen und in die Atmosphäre gelangen werden.

Karin Neumann: „Hinzu kommt, dass es sich beim Belttunnel zum überwiegenden Teil um eine riesige Unterwasser-Autobahn handeln wird. Und Autobahn bedeutet CO2-Ausstoß!“

Die Klimakatastrophe wiederum führt unter anderem dazu, dass sich Meere wie die Ostsee weiter erwärmen – mit weiteren dramatischen Auswirkungen auf Flora und Fauna im Meer.