#RettetdieRiffe

Wir sorgen uns um die akut bedrohten Ostsee-Riffe und haben unter anderem eine Petition gestartet, um auf das drohende Umweltdrama aufmerksam zu machen und es abzuwenden. Es geht um mehrere Quadratkilometer große Riffe vor der deutschen Küste zwischen der Insel Fehmarn und dem dänischen Lolland. Im Zuge des geplanten Baus des Fehmarnbelt-Tunnels könnten sie für immer zerstört werden. Schließlich müsste für den dann längsten Absenktunnel der Welt eine gigantische, 18 Kilometer lange Rinne im empfindlichen Ostseeboden ausgebaggert werden, um dann die riesigen Betonelemente des Tunnels hinabzulassen.

Die Riffe liegen im geplanten Baugebiet. Sie bieten bislang unzähligen Arten ein einzigartiges Zuhause, sind Laichgebiet, Kinderstube, Schutzraum, Sauerstoffspender und erfüllen eine nicht zu ersetzende Aufgabe im Ökosystem Ostsee. Bereits mehr als 33.000 Menschen haben daher innerhalb weniger Tage die Petition beltretter.de/RettetdieRiffe unterschrieben.

Fast minütlich kommen weitere Unterschriften hinzu. Adressaten der Petition sind Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz, Umweltminister Jan Philipp Albrecht, Ministerpräsident Daniel Günther und der schleswig-holsteinische Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen.

Karin Neumann, unsere BELTRETTER-Sprecherin: „Wir erwarten gerade in diesem wichtigen Wahljahr, dass die Grünen Farbe bekennen – nämlich die Farbe Grün. Und dass sie sich in der Kieler Koalition für Riffe und Ostsee stark machen.“

Die Riffe wurden erst vor gut zwei Jahren Thema. In den Planungsunterlagen der dänischen Tunnelbau-Firma selbst tauchten die Riffe merkwürdigerweise nicht auf. Erst der NABU und dann das Umweltministerium in Kiel haben sie von Tauchern feststellen lassen. Die Tunnel-Baugenehmigung ist leider bereits erteilt und das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat sie im vergangenen Herbst bestätigt. Nur fehlt noch die Antwort auf die wichtige Frage, wie mit den seltenen Ostsee-Riffen umzugehen ist. Diese Aufgabe hat das Gericht den Tunnelplanern und dem Kieler Verkehrsministerium mitgegeben.

Wir BELTRETTER fordern, die Riffe nicht anzutasten, sondern unbedingt zu erhalten und zu schützen. Künstliche „Ausgleichsflächen“ sind kein Ersatz für die wertvollen Riffe. Und wir fordern außerdem, bei der Klärung dieser Frage die Öffentlichkeit einzubinden. Karin Neumann: „Die EU verklagt Deutschland gerade wegen jahrelanger Verstöße gegen geltendes Naturschutzrecht. Deutschland muss endlich etwas tun. Schleswig-Holstein muss endlich etwas tun.“