Tretroller-Protest gegen Belttunnel-Bau: 200 Kilometer nach Fehmarn

Mehr als 15 Stunden hat der Hamburger Extremsportler Ole Sporleder (51) am Samstag benötigt, um mit dem Tretroller rund 200 Kilometer von Hamburg nach Fehmarn zu fahren. Kurz vor dem für den 3. November angekündigten Fehmarnbelttunnel-Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig wollte der Extremsportler noch einmal protestieren und auf den geplanten Tunnelbau und die damit verbundenen Gefahren aufmerksam machen. Im Frühjahr hatte er bereits – wie in den Vorjahren – mit einer Laufgruppe Fehmarn nonstop umrundet (75 Kilometer) und den Lauf uns BELTRETTERN und unserem Widerstand gegen den Bau des längsten Absenktunnels der Welt gewidmet.

Morgens um 4:00 Uhr war Ole Sporleder von seinem Wohnort in Hamburg-Niendorf zu der Tretroller-Protestfahrt gestartet. Um 19:15 Uhr erreichte er mit seinem Tretroller nach mehr als 15 Stunden und 189 Kilometern im Dunkeln die Fehmarnsundbrücke. Er hatte eine Route über Radwege und entlang vieler Ostseebadeorte gewählt. Auf der Fehmarnsundbrücke begrüßte ihn unsere BELTRETTER-Sprecherin Karin Neumann.

Sporleder läuft bereits seit 34 Jahren und ist in der Zeit bereits hunderte Marathon- und Ultramarathon-Strecken gelaufen. Eine solche Tretroller-Fahrt aber ist für ihn eine absolute Premiere gewesen. Ole Sporleder nach Ankunft auf der Sundbrücke: „Ich spüre meine Beine schon sehr. Morgen wird es wohl einen kräftigen Muskelkater geben. Eine Herausforderung waren unterwegs aber vor allem glatte Wege und rutschiges Laub.“

Nach der kurzen Pause fuhr der Hamburger noch weiter – einmal quer über die gesamte Insel bis zum Puttgardener Fährbahnhof. Mit der Bahn sollte es von dort gleich zurück nach Hamburg gehen.

Für die Insel Fehmarn und gegen den Bau des längsten Absenktunnels der Welt setzt sich Sporleder ein, weil er sich um die Insel, Ostsee, Umwelt und Urlaubsregion sorgt. Auf Fehmarn verbrachte er nach eigenen Angaben schon als Kind wunderbare Ferien mit seine Eltern. Seit der Zeit besteht die Liebe zur Ostseeinsel.

„Ich erinnere mich noch an Zeiten, als sich in den Sommermonaten kilometerlange Staus vor dem Fährbahnhof bildeten. Damals entstand die Idee der festen Fehmarnbeltquerung. Das Problem: Dieses Verkehrsaufkommen gibt es nicht mehr. Der Tunnelbau mit seinen immensen Risiken für unsere Ostsee, Riffe, Schweinswale und auch den Steuerzahler macht heute überhaupt keinen Sinn mehr! Er gehört ad acta gelegt.“

Auf der Fehmarnsundbrücke nahm Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER, Ole Sporleder in Empfang. Karin Neumann: „Viele engagieren sich gegen den drohenden Tunnelbau – jeder auf seine Weise. Ich habe größten Respekt vor Oles Einsatz und seiner Leistung. Außerdem ist das Timing kurz vor dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts perfekt!“

Sporleder organisiert jährlich den 75 Kilometer langen Ultramarathon rund um Fehmarn. Diesen „Horst Sporleder Ultramarathon“ hatte Ole Sporleder vor neun Jahren zur Erinnerung an seinen verstorbenen Vater gestartet und in den vergangenen Jahren auch uns BELTRETTERN gewidmet und zusammen mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern gegen den drohenden Bau des Ostsee-Tunnels protestiert.

Ole Sporleder: „Ich habe das Gefühl, etwas tun zu müssen, um dieses gigantische Projekt noch zu verhindern oder zumindest andere darauf aufmerksam zu machen.“

Nov, 01, 2020

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