Drohender Ostsee-Tunnel: Leuchtender Appell in Leipzig

Weithin leuchtete unser nächtlicher Appell auf der Fassade des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig: „Unsere Ostsee braucht ein faires Verfahren!“ – Aktion und Bild erscheinen derzeit in vielen Medien. Damit wollen wir auf die Bedeutung des am 22. September beginnenden Verfahrens zur festen Fehmarnbeltquerung hinweisen.

Es ist das umfangreichste Umweltrechtsverfahren in der deutschen Geschichte. Und wir erwarten da keine Abkürzungen, sondern im Gegenteil eine umfassende Betrachtung der Streitfragen sowie einen unabhängigen Gerichtsprozess. Karin Neumann, unsere Sprecherin: „Der zuständige Senat des Bundesverwaltungsgerichts trägt eine gewaltige Verantwortung und der Druck ist sicherlich enorm. Aber Justitia hat aus gutem Grund verbundene Augen. Sie blickt nicht auf europäische Politik, diplomatische Verpflichtungen oder wirtschaftliche Interessen. Justitia kann es einzig und allein um Fakten gehen, um Recht und Gerechtigkeit für unsere Ostsee. Unsere Ostsee ist einmalig und schützenswert. Sie verdient ein faires, objektives, umfassendes Verfahren, das ausreichend Raum bietet, extrem widerstreitende Positionen vorzutragen.“

Schließlich handelt es sich bei dem gewaltigen Bauprojekt um den längsten Absenktunnel der Welt. Mit erheblichen ökologischen Folgen. Für den Tunnel würde der Meeresgrund auf einer Länge von 18 Kilometern 16 Meter tief und bis zu 200 Meter breit erst aufgefräst und dann ausgebaggert werden, um anschließend die riesigen Betonelemente des Tunnels in diesen gigantischen Graben herabzulassen. Die Kosten sind bereits vor Baubeginn explodiert und übertreffen die des BER und von Stuttgart 21 bei Weitem. Und dies bei stetig nach unten reduzierten Verkehrsprognosen. Umweltorganisationen, Bürgerinitiativen und Kommunen aus unserer Region laufen seit Jahren gegen dieses Mammutvorhaben Sturm. Beim Bundesverwaltungsgericht sind diverse Klagen gegen die Tunnel-Baugenehmigung anhängig. Tausende von Seiten füllen unzählige Aktenordner.

Helft weiter mit, dieses monströse wie unsinnige Bauprojekt zu stoppen! Und kommt zum Auftakt der Verhandlungen nach Leipzig, wenn Ihr könnt! Hier gehts zur Anmeldung beim Bundesverwaltungsgericht.