Ultramarathon rund um Fehmarn als „laufender Protest“

11 Stunden und 18 Minuten sind die acht Läuferinnen und Läufer ohne Pause unterwegs gewesen, um gegen 21 Uhr und nach 77 Kilometern dort anzukommen, wo sie am Morgen gestartet waren. Zum achten Mal veranstaltete der Fehmarn-Fan Ole Sporleder diesen Pfingstsonntag den „Horst Sporleder Ultramarathon Fehmarn Rund“ zum Gedenken an seinen verstorbenen Vater. Außerdem wollte die Läufergruppe damit gegen den drohenden Bau des Ostsee- bzw. Fehmarnbelttunnels protestieren.

Es wäre der längste Absenktunnel der Welt. Für ihn würde der empfindliche Ostseeboden auf einer Länge von 18 Kilometern bis zu 200 breit und fast 20 Meter tief aufgerissen werden. Auch im Bereich seltener Riffe.

Ole Sporleder: „Dieser Gewaltakt gegen Ostsee, Umwelt und Region muss unbedingt verhindert werden.“

Mit am Start auf dem Deich am Campingplatz Niobe waren auch zwei junge Männer von der Insel Fehmarn: Lennard Kluschke und Damian Philipczuk, beide 22 Jahre alt. Auch die beiden schafften es ins Ziel. Auf den ersten 50 Metern trug Ole Sporleder demonstrativ ein blaues Holzkreuz mit sich. Es ist das Symbol der BELTRETTER-Bewegung gegen das Mammut-Bauprojekt Ostsee-Tunnel.

Selbstverständlich wurden bei dem Ultramarathon die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten. Generell macht den Lauf besonders, dass es keinen ersten Platz gibt. Im Gegenteil: Alle laufen gemeinsam und auch zusammen ins Ziel.

Dieser Zusammenhalt und diese Solidarität sind in der Corona-Krise wichtiger denn je. Und wichtiger denn je ist es auch, Schaden von der Ostsee, der Umwelt und unserer Erde fern zu halten. Deshalb gilt es, den Belttunnel zu verhindern und unsere Ostsee zu schützen“, so Ole Sporleder vor dem Start.

In diesem Jahr ließ sich die Gruppe etwas mehr Zeit als in den Vorjahren, um auf die Abwehrkräfte aller Teilnehmer Rücksicht zu nehmen. Denn ein 75 Kilometer langer Lauf stellt eine starke Belastung für das Immunsystem dar. Und das sollte in Zeiten von Covid-19 intakt sein.