Statement zu unserer Matsch-Aktion (Incl. English Version)

Wir nehmen Stellung zu dem Vorwurf der Lübecker Nachrichten vom 26/27.7.2019, dass wir Demonstranten für unsere Matsch-Aktionen „gekauft“ hätten:

Durch den geplanten Ostsee-Tunnel würde die größte Baustelle Nordeuropas auf der Ostsee-Insel Fehmarn und quer durch Ostholstein bis nach Hamburg entstehen. Dieser Bau hätte massive Auswirkungen auf Natur und Umwelt und würde die Schönheit vieler Ostsee-Strände – auch über Fehmarn hinaus – stark beeinträchtigen. Unter anderem würde die Baustelle viel Dreck und Matsch erzeugen und das Ostsee Wasser in weiten Teilen eintrüben. Deshalb sind die Darsteller der Inszenierungen mit Matsch beschmiert – um damit überspitzt zu verdeutlichen, dass der Bau das Strandleben vieler Urlauber beeinflussen würde.

Die Aktion ist von den BELTRETTER initiiert. Wir möchten damit unsere Botschaften in Bilder übersetzen, die die Menschen wachrütteln sollen. Mit starken Bildern wollen wir Aufmerksamkeit erregen und haben diese Straßen- und Strandinszenierungen mit Darstellern ins Leben gerufen.

Wir haben für die Inszenierungen in Leipzig, Kiel und auf Fehmarn keine „Demonstranten bezahlt“, denn es waren keine Demonstrationen. Die BELTRETTER selbst haben nie von einer „Demo“ gesprochen. Die Aktionen waren als künstlerische Inszenierung angekündigt. Das haben wir so auch in der Pressemitteilung kommuniziert. Damit derartige Inszenierungen gut werden, benötigt man Komparsen, Leute, die das können.

Übrigens: Die Tunnelplaner und -lobbyisten bezahlen ständig Leute, die auf Festen Tunnelhüpfburgen aufstellen und Gewinnspiele veranstalten, Passanten ansprechen und Pro-Tunnel-Broschüren verteilen sowie auf Veranstaltungen sprechen. Diese Maßnahmen zahlt der dänische Steuerzahler. Die BELTRETTER haben in diesem Fall ausnahmsweise auch einmal auf Profis gesetzt. Damit es wirklich gut wird. Die Gelder dafür stammen nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern aus Spenden.

Es stellt sich die Frage, ob der Verlag der Lübecker Nachrichten eher pro Tunnel eingestellt ist. Vor einigen Tagen haben die Lübecker Nachrichten eine Veranstaltung präsentiert, auf der die Organisation „Hansebelt“ die angeblichen Positiveffekte des Ostsee-Tunnels für die Region vorstellen und diskutieren durfte. Die LN berichteten darüber positiv über diese Veranstaltung im eigenen Medienzelt.

English Version

We comment on the accusation of the Lübecker Nachrichten of 26/27.7.2019 that we had „bought“ demonstrators for our muddy measures:

The planned Baltic Sea tunnel would create the largest building site in Northern Europe on the Baltic Sea island of Fehmarn and across Ostholstein to Hamburg. This construction would have massive effects on nature and the whole environment. It would severely impair the beauty of many Baltic Sea beaches – even beyond Fehmarn. Among other things, the building site would produce a lot of dirt and mud, and the Baltic Sea would muddy the water in large parts. Therefore, the actors of the stagings in Leipzig, Kiel and Fehmarn were smeared with mud – in order to illustrate slightly exaggerated that the building site would affect the beach life of many holidaymakers.

The muddy measures were initiated by BELTRETTER. Our aim is to translate our messages into pictures, attract attention and shake people awake. Therefore, we have brought these street and beach stagings into being with actors.

We didn’t „pay demonstrators“ because the muddy measures weren’t demonstrations. The BELTRETTER themselves never spoke of a „demonstration“. The actions were announced as artistic staging. That’s what BELTRETTER e.V. communicated in the press release. In order for such stagings to be good, you need actors to create good pictures.

Besides, the tunnel planners and tunnel lobbyists permanently pay people to set up tunnel bouncy castles at festivals and organize raffles, address passers-by, distribute Pro-Tunnel brochures and speak at events. These measures are paid for by the Danish taxpayer. In this case, the BELTRETTER have also relied on professionals as an exception in order to make it a success. The money for this does not come from public funds, but from donations.

The question arises whether the publishing house of Lübecker Nachrichten is more in favour of the tunnel than against it. A few days ago, the Lübecker Nachrichten presented an event at which the organisation „Hansebelt“ was allowed to present and discuss the alleged positive effects of the Baltic Sea tunnel for the region. The newspaper reported positively about this event in their own media tent.

Jul, 30, 2019

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