Hingucker: Erste „rollende Ausstellung“ in Kiel

Hingucker heute in Kiel: Norddeutschlands erste „rollende Ausstellung“ umkreist den Kieler Hauptbahnhof. Mobile Plakatwände zeigen Fotos von blauen Holzkreuzen. Die blauen Kreuze sind ein Symbol des wachsenden Widerstands gegen das Milliarden-Projekt Fehmarnbelt-Tunnel. Bei der Aktion handelt es sich um eine Idee der BELTRETTER.

Während im Kieler Hauptbahnhof im Beisein von Politikern eine Ausstellung zu den angeblichen Vorteilen des Mammut-Projekts eröffnet wird, demonstrieren die mobilen Plakatwände draußen den wachsenden Widerstand gegen das nach Ansicht der BELTRETTER größenwahnsinnige und wirtschaftlich unsinnige Großbauvorhaben. Allein in Ostholstein sollen bereits etwa 10.000 blaue Holzkreuze in Vorgärten, an Straßen und auf Feldern stehen. Und täglich kommen neue hinzu.

Die Überschrift auf den Plakaten daher: „Der Norden stellt aus: Schon 10.000 Kreuze gegen den Belttunnel.“ Der Zusatz: „Jetzt in immer mehr Vorgärten.“

Appell an Verkehrsminister und Ministerpräsident

Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER: „Nord-Europas dann größte Baustelle, der Bau des weltweit größten Absenktunnels bedroht unsere Ostsee und die Zukunft unserer Urlaubsregion. Dabei bestehen größte Zweifel daran, dass sich der Belttunnel überhaupt jemals rechnen würde.“

Für den 18 Kilometer langen Belttunnel müsste der Ostseeboden tief und breit aufgerissen werden. Dabei passieren heute lediglich 5.000 Fahrzeuge täglich die Strecke Rødby – Puttgarden – und zwar per Fähre. „Durch den Elbtunnel fahren hingegen täglich etwa 140.000 Fahrzeuge. Für nur 5.000 Fahrzeuge wird in Deutschland sonst noch nicht einmal eine Umgehungsstraße genehmigt“, so Karin Neumann.

Die BELTRETTER fordern den Kieler Verkehrsminister Meyer und Ministerpräsident Albig daher auf, sich nicht mehr kritiklos für das Projekt einzusetzen, sondern es endlich auf den Prüfstand zu stellen. Die Interessen und Sorgen der Schleswig-Holsteiner sollten der Kieler Landesregierung mehr am Herzen liegen als der Wille der dänischen Regierung, so die BELTRETTER. An ihrer Online-Unterschriftenaktion, die sich unter anderem an Ministerpräsident Albig richtet, haben bereits mehr als 32.000 Menschen teilgenommen.

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