Brunsbüttel, was denken Sie?

Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Lübecker Nachrichten irritiert: Die Mehrheit der Schleswig-Holsteiner sei für den Belttunnel-Bau. Wirklich? Das sagen wir dazu:

„Belttunnel wird nicht per Umfrage realisiert, sondern vor Gericht gestoppt“

Die BELTRETTER sehen die Ergebnisse der jüngsten Umfrage zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel gelassen skeptisch. „Nach dieser Umfrage ist die Mehrheit angeblich für den Belttunnel. Aber um zu diesem Ergebnis zu kommen, sind Menschen in ganz Schleswig-Holstein gefragt worden. Wir haben Zweifel, dass sich viele in zum Beispiel Brunsbüttel schon mal intensiv mit den immensen Risiken dieses Mammutprojekts befasst haben“, so Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER. Viele glaubten, der Tunnel sei ein Geschenk der Dänen, würden aber übersehen, dass sie den Bau mit einer hohen Mautzahlung, Schäden an der Umwelt und dramatischen Folgen für die Region bezahlen würden.

Mehrheit in Ostholstein dagegen – bereits mehr als 32.000 Unterschriften gegen den Tunnel

Eine eigene repräsentative BELTRETTER-Umfrage unter Wahlberechtigten in dem am stärksten betroffenen Kreis Ostholstein und auf Fehmarn – durchgeführt vom renommierten Meinungsforschungsinstitut YouGov – hatte jüngst ergeben, dass die Mehrheit der Ostholsteiner gegen das Megaprojekt Belttunnel ist.

Karin Neumann: „Dafür sind mit großem Aufwand 0,3 Prozent der Wahlberechtigten in Ostholstein telefonisch befragt worden. Bei der Schleswig-Holstein-Umfrage aber wurden nur 0,04 Prozent der Wahlberechtigten interviewt.“ – Bei der Online-Unterschriftenaktion gegen das Mammutprojekt Belttunnel hätten zudem bereits mehr als 32.000 Menschen unterschrieben.

Mit „Ja“ zum Tunnel Wählerstimmen gewinnen oder eher verlieren?

Die BELTRETTER weisen außerdem darauf hin, dass bei der aktuellen Befragung kein Zusammenhang zwischen dem Belttunnel-Projekt und der im Norden geplanten Güterbahn-Trasse hergestellt worden ist. Denn die Güterbahn-Trasse hänge unmittelbar mit dem geplanten größten Absenktunnel der Welt zusammen. Für die BELTRETTER steht daher fest: Je näher man an der geplanten größten Baustelle Nord-Europas und je näher man an der geplanten Güterbahn-Trasse fragt, desto bewusster sind den Menschen die Risiken und Folgen und desto größer ist die Ablehnung.

„Das Mammutprojekt wird nicht per Umfrage realisiert, sondern vor Gericht gestoppt“, so Ananda Julia Albert, ebenfalls Sprecherin der BELTRETTER. Die Parteien sollten sich fragen, ob es wahrscheinlicher ist, mit einem „Ja“ zum Belttunnel-Projekt z.B. an der Nordseeküste Wählerstimmen zu gewinnen, oder ob die Wahrscheinlichkeit größer ist, mit einem solchen „Ja“ an der Ostseeküste Stimmen zu verlieren.

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