Belttunnel-Planung: Immer mehr eine Farce!

Eigentlich sollte – so die Ankündigung – in wenigen Wochen die Belttunnel-Baugenehmigung erteilt werden. Aber jetzt wurden kurzfristig nochmal mehr als 100 Dokumente (!!!) geändert. Ist es Panik? Ist es Schlampigkeit in der verausgegangenen Planung? Auf jeden Fall ist es ein Desaster! Nochmals: Es geht um den längsten Absenktunnel der Welt und um ein Milliarden-Projekt! Dazu unsere Pressemitteilung von heute:

Schon wieder Planänderungen: Fast Satire, wenn es nicht so ernst wäre

In beschwichtigenden Worten hat das Kieler Wirtschaftsministerium jetzt mitgeteilt, dass es erneut umfangreiche Änderungen an den Plänen des Belttunnels geben wird. Mehr als 100 Dokumente (!!!) wurden angepasst. All die Mängel und das Unvermögen bei diesem Riesenprojekt würden wie Satire wirken, wenn die Sache nicht so ernst und traurig wäre.

Seit mehr als zehn Jahren planen Deutschland und Dänemark den dann längsten Absenktunnel der Welt, den Fehmarnbelttunnel. Nach ständigen Verzögerungen sollte nun im Dezember eigentlich der Planfeststellungsbeschluss kommen – dies erscheint nun fraglich. Denn anscheinend sind die Pläne der dänischen Tunnelplaner immer noch so lückenhaft, dass die Planungsbehörde in Kiel nun weitere Änderungen an den Bauplänen vornehmen musste.

In den mehr als 100 geänderten Dokumenten geht es vor allem darum, welche Auswirkungen das Aufreißen des Meeresbodens auf mehr als 18 Kilometern Länge auf die Umwelt hat. Für entsprechende Stellungnahmen bekommen Umweltverbände und Behörden aber gerade mal drei Wochen Zeit. Andere Betroffene, zum Beispiel die Küstenbewohner, werden erneut nicht gefragt.

Maßlos. Rücksichtslos. Respektlos.

Karin Neumann, BELTRETTER-Sprecherin: „Maßlos. Rücksichtslos. Respektlos – anders kann man das Vorgehen der Tunnelbauer und ihrer behördlichen Helfer in Deutschland nicht bezeichnen. Es ist doch unglaublich und eine Farce, wenn zunächst gesagt wird, dass nächsten Monat der Planfeststellungsbeschluss kommen soll und jetzt nochmal Planänderungen in diesem Umfang eingebracht werden. Die verniedlichende Ankündigung durch das Wirtschaftsministerium zeigt deutlich, dass die Betroffenen hier offenbar einmal mehr für dumm verkauft werden sollen. Erst versucht Minister Buchholz, sein Herzensprojekt durch die Hintertür der Planungsbeschleunigung durchzupeitschen, jetzt müssen seine Leute schon wieder die Pläne ändern. Das ist mindestens verantwortungslos.“

BELTRETTER-Sprecher Florian Bumm ergänzt: „Ganz abgesehen davon, dass eine Frist von drei Wochen für die Prüfung der Änderungen ein Witz ist, ist es einfach unglaublich, dass der Adressatenkreis erneut derart massiv eingeschränkt wurde. Das Aufreißen des Meeresbodens führt zur weiträumigen Trübung der Ostsee, maritime Lebensräume werden unter einer Schlammschicht erstickt. Das ist ein massiver Angriff auf die Umwelt. Das geht uns alle etwas an und nicht nur ein paar ausgewählte Verbände!“

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