Zwangsverpflichtet zum Einsatz im Belttunnel? – Ein fehmarnscher Appell!

Vor einigen Monaten flatterte Post ins Haus. Die Stadt Fehmarn bat darum, die Einwohner mögen sich bei der freiwilligen Feuerwehr engagieren. Sollte es zu Personalengpässen kommen, könne ein bestimmter Personenkreis auch eingezogen werden. Und jetzt erfahren wir, dass Fehmarn „erweitert“ werden soll. Seeseitig. Die beabsichtigte Konsequenz: Fehmarn müsste Aufgaben für den und in dem geplanten Fehmarnbelttunnel übernehmen. Das meint unter anderem den Brandschutz.

Kurzum: Die Dänen schaffen es nicht, die Brandschutzaufgabe im geplanten Belttunnel zu klären. Die Landesregierung in Kiel als willfähriger Helfer erweitert den Zuständigkeitsbereich Fehmarns.

Das Ergebnis: Fehmaraner könnten verpflichtet werden, innerhalb einer Freiwilligen Feuerwehr Fehmarns zu dienen, und müssten dann zu Chemieunfällen. Massenkarambolagen und Feuern im Belttunnel ausrücken. Ein Familienvater aus Petersdorf, Katharinenhof oder Vadersdorf wird „eingezogen“ und muss zu einem Chemieunfall im Belttunnel ausrücken. Eigentlich eine Aufgabe für hochspezialisierte Profis.

Der Belttunnel wird auf dem Rücken Fehmarns ausgetragen

Klingt verrückt? Stimmt. Total verrückt. Droht uns aber. Und spätestens jetzt sollten wirklich auch jene ins Grübeln kommen, die bislang geglaubt haben, diese ganze Belttunnel-Geschichte würde nicht auf dem Rücken Fehmarns ausgetragen werden. Der sich einstellende Gedanke: Da stimmt doch irgendwas nicht! Genau! Da stimmt Einiges nicht.

Es geht um einen Absenktunnel, der dreimal länger und viel, viel breiter ist all die größten Absenktunnel, die es bereits weltweit gibt. So einen Tunnel hat noch niemand gebaut. Es gibt null Erfahrungen. Für ihn soll der empfindliche Ostseeboden über Jahre ausgefräst und ausgebaggert werden. Es ist kein Bohrtunnel. Der wäre umweltfreundlicher. Wir sprechen über einen Absenktunnel. Für den muss eine unvorstellbar tiefe und breite Rinne gebaggert werden. 18 Kilometer lang.

Wenn sich hier bei uns nun wirklich jeden Tag der Verkehr bis Heiligenhafen oder Oldenburg stauen würde, könnte man vielleicht über solch einen 7,5 Milliarden Euro teuren Tunnel diskutieren. Aber hat mal jemand in den vergangenen Tagen auf den Puttgardener Wartehof vor der Fähre geguckt? Da stehen mal 10, manchmal 15 und manchmal auch nur 5 Autos und zwei LKW. Die Tunnelplaner von Femern A/S werden gerade in Dänemark beschuldigt, Verkehrsprognosen geschönt, ja manipuliert zu haben. Die dänischen Medien sind voll davon. Die Wogen schlagen dort hoch, die Politiker schlagen Alarm und die Zweifel an der staatlichen Firma wachsen.

Wird der Belttunnel für Steuerzahler zum Hütchenspiel?

Falsche Zahlen? Dieser unglaubliche Aufwand und all die massiven Eingriffe in die Umwelt für einen Tunnel, der eigentlich gar nicht gebraucht wird? Verrückt! Was noch hinzu kommt: Dieser Tunnel dürfte nach Fertigstellung verkauft und privatisiert werden, wenn man den Vertrag richtig deutet. Was für ein Hütchenspiel, bei dem vor allem wieder einmal wir Steuerzahler bluten. Auch wir hier in Deutschland. Denn als größter EU-Zahler tragen wir einen großen Teil zu den Subventionen aus Brüssel bei, die den Tunnel überhaupt möglich machen.

Aber – na gut – wir bekommen ja auch was zurück: Deutschland bekommt für die Dorsche, die dann wegen des Belttunnels nicht mehr im Fehmarnbelt laichen können, 10,5 Millionen Euro Entschädigung. Sind Sie auch gerade sprachlos? Man könnte endlos weitermachen, die Verrücktheiten und Widersprüche rund um diesen hoch riskanten und sinnlosen Belttunnel aufzuzählen!

Wir Fehmaraner sollten uns vor allem darüber klar sein: Ein so sagenhaft breiter Fehmarnbelttunnelunnel, durch den der Verkehr gleichmäßig fließen soll, benötigt eine ebenso breite neue Sundquerung. Eine ebenso breite Hinterlandanbindung. Und eine ebenso breite Schneise zwischen Lübeck und Hamburg. Es geht hier also um unsere Insel als Ganzes, ja um eine ganze Region. Wir sollten uns nichts einflüstern lassen, sondern um unsere Insel kämpfen.

Jetzt!

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