Ein offener Brief von Beltretterin Karin Neumann: Gemeinsam einen Umwelt- und Finanz-GAU verhindern

Liebe BELTRETTER und Unterstützer,

ich setze mich nicht ohne Grund so vehement gegen die geplante so genannte „Feste Fehmarnbeltquerung“ ein. Und ich trage nicht ohne Grund das T-Shirt mit dem blauen BELTRETTER-Kreuz.

Uns droht ein unfassbar waghalsiges, gigantisches Bau-Ungetüm, das meiner Meinung nach sicher zum Umwelt- und Finanz-GAU werden würde: der Belttunnel!

Dabei geht es nicht nur um den geplanten Belttunnel an sich. Es geht auch um die verniedlichend genannte „Hinterlandanbindung“ – eine monströse Güterbahntrasse entlang von noch traumhaften Ferienorten an der Lübecker Bucht.

Ein komplexes Unterfangen voller Risiken. Politiker können die Details schon lange nicht mehr überblicken. Viele wiederholen nur immer wieder die gleichen Phrasen und wollen sich auf das verlassen, was ihnen die dänischen Tunnellobbyisten schreiben und sagen. Ein großer Fehler! Denn wer Milliarden-Euro-Interessen verfolgt, lässt unangenehme Fakten gerne mal weg.

Seit Jahren sollen uns teure Marketing- und PR-Kampagnen aus Dänemark suggerieren, der Belttunnel käme auf jeden Fall, das Ganze sei abgehakt und in Dänemark sei man bereits fertig. Tüdelkram! Gelogen. Es ist falsch. Ebenso falsch wie die sich haltenden Gerüchte, das Tourismusgutachten über die Effekte eines Belttunnels sei phantastisch, oder die Fehmarnsundbrücke wäre alt und müsse weg. Die Wahrheit ist, dass die Tunnelbauer von Femern A/S bei den jüngsten Erörterungsterminen in Lübeck wirklich alt ausgesehen haben. So richtig alt. Berechtigt sind die Hoffnungen, dass die jetzigen porösen Belttunnel-Planungen nicht genehmigt werden können. Und selbst wenn es eine Baugenehmigung gäbe, würde das Projekt aufgrund einer Vielzahl dramatischer Planungsmängel vor Gericht scheitern, da sind wir uns sicher.

So ein Tunnel und die vermeintlichen Vorteile wie zum Beispiel die Fahrzeitverkürzung hören sich im ersten Moment ganz gut an. Wenn man denn nicht genauer hinschaut. Die Wahrheit ist nämlich, dass dieser Tunnel inkl. Hinterlandanbindung erst in ca. 15 bis 20 Jahren fertig sein würde. Wenn es denn eine Baugenehmigung gäbe und er nicht vor Gericht scheiterte. Das bedeutet, dass wir alle hier die nächsten 20 Jahre eine kaum vorstellbar große Baustelle hätten. Die Insel Fehmarn würde am Fehmarnsund auf links und am Fehmarnbelt auf rechts gedreht werden. Und auch dazwischen würde kaum etwas bleiben wie es ist. Die nächsten 20 Jahre würden uns Lärm, Staub und Staus quälen. Eine durch Baggerarbeiten eingetrübte Ostsee und Probleme aufgrund alter Bomben, Torpedos und Munition im Meeresgrund kämen hinzu. Andere Probleme wie das Risiko von Schiffskollisionen mit Folgen wie Ölteppichen (Die Bauarbeiten würden sich permanent ändernde Schifffahrts-Regeln erfordern – auf einer der meist befahrenen Routen der Welt) lassen wir hier mal außer acht.

Ohne Tunnel bräuchte es keine Hinterlandanbindung. Und die Sundbrücke könnte saniert werden und erhalten bleiben. Die Fähren auf der bestehenden Fährlinie zwischen Fehmarn und Dänemark werden in 15 Jahren mit sauberen Motoren fahren, so dass sie die grünere Variante zum Tunnel wären. Und der Verkehr, der durch die feste Fehmarnbeltquerung von Rostock und Kiel abgesaugt werden würde, kann da bleiben, wo er ist. Das freut dort auch die heimische Wirtschaft. Und vermeidet zusätzlichen Verkehr auf Fehmarn.

Ich bin kein Gegner von sinnvollen Infrastrukturprojekten. Die feste Fehmarnbeltquerung inklusive Hinterlandanbindung aber würde einer der wichtigsten Ferienregionen Deutschlands nachhaltig schaden. Unser Wertvollstes wird zerstört: Unsere einzigartige Natur, die Authentizität und Heimat von Kindern und Enkelkindern. Sie gilt es zu bewahren. Helfen Sie weiter mit und tragen Sie dazu bei! Gemeinsam schaffen wir das!

Ihre

Karin Neumann von der BELTRETTER Bewegung

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