Belttunnel-Anhörung: Es fehlen Transparenz und Fairplay

Erneut weigern sich die Belttunnelplaner vor den Anhörungsterminen zum Belttunnel-Projekt einen Ablauf- und Themenplan zu veröffentlichen. Wir kritisieren dies scharf. Denn ohne Agenda und Zeitplan können Betroffene nicht wissen, wann während der mehrwöchigen Anhörung die eigenen Themen behandelt werden. Die Belttunnelplaner erwarten offenbar, dass alle diejenigen, die ein Widerspruchsschreiben geschickt haben, bei der Anhörung wochenlang ausharren, bis ihre Themen erörtert werden.

Am 27. Juni beginnt in der Kulturwerft Lübeck die mehrwöchige Anhörung zu dem gigantischen Belttunnelprojekt. Wer seine Bedenken vortragen will, muss allerdings viel Zeit und Geduld mitbringen. Und das mitten in der Hochsaison, der wirtschaftlich wichtigsten Jahreszeit in der Urlaubsregion Ostholstein. Denn die Tunnelplaner weigern sich, im Vorfeld mit einem Zeit- und Themenplan den Ablauf der Anhörung transparent zu machen. Den Betroffenen soll eine Teilnahme offenbar erschwert werden. Dies war bereits in der Erörterungsrunde 2015 so und war auch seinerzeit aufs Schärfste kritisiert worden.

Vorgehen der Tunnelplaner ein Unding

Karin Neumann, unsere Sprecherin: „Unsere Region ist eines der wichtigsten Tourismusgebiete Deutschlands. Ein großer Teil der Menschen hier lebt direkt oder indirekt vom Tourismus. Es ist ein Unding, den vom Tourismus lebenden und zugleich vom Belttunnel bedrohten Menschen zuzumuten, sich spät abends nach getaner Arbeit auf die Anhörung vorzubereiten und dann die Gäste zu vernachlässigen, um bei den Erörterungsterminen im fernen Lübeck teilnehmen zu können. Wir fordern die Verantwortlichen auf, zumindest einen Ablaufplan zu veröffentlichen. Das wäre das Mindeste.“

Der Belttunnel wird nicht nur die Ostsee verschmutzen und dem Tourismus insbesondere auf Fehmarn auf Jahre schaden. Auch entlang der Küste zwischen Lübeck und Großenbrode werden die Menschen nach Fertigstellung der geplanten Güterzugtrasse Hamburg-Kopenhagen keine Ruhe mehr finden. Ein Zusammenhang, der von den Tunnelplanern seit Jahren geleugnet wird.

Florian Bumm, ebenfalls einer unserer Sprecher: „Die Belttunnelplaner tun so, als habe der Belttunnel nichts mit der drohenden Güterbahntrasse zu tun. Dabei hängt beides unmittelbar miteinander zusammen. Schließlich gilt: Ohne Belttunnel keine Güterbahntrasse. Die berechtigten Sorgen der Anwohner vor Güterlärm und zerschnittener Landschaft müssen daher bei den Anhörungsterminen Thema sein. In den Antworten auf die 12.600 Einwendungen gegen den Belttunnel tun die Belttunnelplaner dies aber als angeblich unzulässig ab. Wer leugnet, Belttunnel und Güterbahntrasse gehören nicht zusammen, leidet unter Realitätsverlust.

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