Tourismus im Norden könnte jahrelang ins Koma fallen

Der Tourismus in Teilen Schleswig-Holsteins würde unter dem Bau des Fehmarnbelt-Tunnels massiv leiden und könnte für etwa zehn Jahre regelrecht ins Koma fallen. – So lesen wir BELTRETTER eine vom Ostsee-Holstein Tourismus e.V. (OHT) in Auftrag gegebene und jüngst veröffentlichte Studie zu den Auswirkungen des Belttunnels auf den Tourismus im Norden.

Viele Touristen würden den Kreis Ostholstein und insbesondere Fehmarn meiden und die Tagesausflügler, die kämen, um die Baustelle zu sehen, würden nicht über Nacht bleiben und sich ihr Essen und Trinken eher selbst mitbringen. Gründe für das Wegbleiben von Touristen wären unter anderem Baulärm, die starke Veränderung des Landschaftsbildes und die Eintrübung der Ostsee durch jahrelange Baggerarbeiten.

Schleswig-Holstein würde touristisch dahinsiechen

Allein Fehmarn – die Insel stellt 20 Prozent der Bettenkapazitäten Ostholsteins – wäre für Jahre kaum noch erreichbar. Karin Neumann, Sprecherin der BELTRETTER: „Ein großer Teil Schleswig–Holsteins würde während der zehnjährigen Bauphase des Belttunnels touristisch dahinsiechen. Und die wenigen Vermieter, Restaurants, Supermärkte, die diese zehn Jahre wirtschaftlich überleben, müssten dann feststellen, dass nach Tunnel-Fertigstellung keine belebenden Impulse von der festen Beltquerung ausgehen. Das ist das Ergebnis dieser Studie, wenn man sie richtig liest.“

Wir meinen, dass wenn eine bestellte Studie, die unter anderem vom Tunnelbau-Unternehmen Femern A/S mitfinanziert worden ist, schon zu solch pessimistischen Ergebnissen kommt, die Wirklichkeit wohl noch weit schlimmer ausfallen dürfte.

Als ob man eine Gitfpille mit Zuckerguss überziehen würde

Abgesehen von den massiven Schäden an Ostsee und Umwelt würden die Grundstückspreise von Anwohnern fallen. „Wer ein Grundstück innerhalb von wenigen Kilometern zur geplanten Güterbahntrasse oder zur Baustelle besitzt, wird auf einen Schlag einen großen Teil seines Vermögens verlieren. Bis zu 50 Prozent könnte die eigene Immobilie an Wert einbüßen. Vermieter mit eigener Immobilie wären also gleich doppelt Verlierer“, so Neumann.

Florian Bumm, ebenfalls Sprecher der BELTRETTER: „Ostholsteins Landrat Sager und Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Meyer haben in der Pressekonferenz zur Studie versucht, eine Giftpille mit Zuckerguss zu überziehen. Es war ein unbeholfener PR-Versuch und das Bemühen, Medien positiv über das Belttunnel-Projekt berichten zu lassen. Fest steht: Der Belttunnel wird das wirtschaftliche Aus für viele in der Region bedeuten, für die diese beiden Politiker eigentlich Verantwortung tragen.“

Wir Beltretter fordern daher weiter und jetzt erst recht: „Der wirtschaftlich vollkommen unsinnige und der Region schadende Belttunnel darf nie gebaut werden!“

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